Steampunk Outfit DIY - schnell und einfach

Letztes Wochenende war in Osnabrück Steampunkfestival von Steampunkspass. Ich war noch nie auf einem solchen Treffen, war aber immer schon fasziniert von den Outfits und des Genre. Zudem hatte ich schon mehrere Steampunk-Bücher gelesen. Also, war es beschlossene Sache: wir gehen dorthin. Aber dann musste ein Outfit her. Wer geht denn in "zivil" schon auf ein Steampunk-Treffen? Man geht ja auch nicht im gelben Sommerkleidchen auf das WGT. Mein Outfit sollte möglichst günstig sein und schnell herzustellen. Im Endeffekt habe ich keinen Cent dafür ausgegeben. Herausgekommen ist ein ein solides Outfit, mit dem ich mich sehen lassen konnte.



Nachdem ich mich also durch Pinterest gewühlt habe, um mir Anregungen zu holen, mir YouTube-Videos über DIY-Outfits angeschaut habe, war ich inspiriert. Vor allem war ich von der Tatsache angetan, dass beim Steampunk alles erlaubt ist. Man kann alles verbastelt, was man da hat. Und da ich gerne bastle, entpuppten sich meine Kisten und Kästen als wahre Schatztruhe. Und mein Kleiderschrank auch. Ich hatte nicht unbedingt einen Plan, sondern fing einfach an. Dabe hat mir das Video von DIYMartaVideo auf YouTube sehr geholfen. Dort zeigt sie, wie sie aus einem Bettlaken einen gerafften Rock macht. Das hab ich mir abgeschaut.

Verbrauchtes Zeug:
- ca. 2m Stoff
- Dirndel-Unterrock mit Rüschen, 20 Jahre alt von Muttis Hochzeit
- Gürtel, angesammelt über Jahre
- Shirt mit Spitzeneinsätze
- kaputte Ohrringe mit Federn
- Steck-Ohrringe
- Strumpfhose mit Metall-Effekt
- bequeme Schuhe im Granny-Style

Den grünen Stoff habe ich von einer Freundin geschenkt bekommen, die ihn nicht mehr brauchte. Ich habe davon ca. 2m, den ich auseinandergechnitten habe, so dass ich ausgerollt auf insgesamt 2m länge kam - ähnlich einem Bettlaken. Dass der Fadenlauf in entgegengesetzter Richtung verläuft, hat mich nicht weiter gestört, denn der Rock fällt am Ende sowieso ganz anders durch die Raffungen. 
Ich habe die obere Hälfte umgeklappt, weil ich wollte, dass der Rock vorn etwas kürzer wird und hinten länger. Das sah dann so aus: 


 Ich habe ein halbes Loch hinein geschnitten. Anfangs war ich mir nicht so sicher, ob das im Endeffekt wirklich so hinhaut, aber abschneiden kann man ja später immer noch. Zur Kontrolle habe ich mich in das ausgeklappte Loch hineingestellt, und habe es über meinen Hintern gezogen, um zu sehen, ob es passt.


Im Video von Marta wird der Rock ganz aufwändig mit einem Bund versehen. Weil ich dazu keine Lust hatte und auch noch wenig Zeit dazu, habe ich mich entschieden ein flexibles Bündchen aus Jersey dran zusetzen. So kann ich auch mal mehr essen, ohne dass es gleich im Bauch kneift. Die Ränder habe ich schön versäubert, damit nichts ausfranst.


Angezogen - mit Unterrock - sah es dann so aus:



Sah noch ziemlich doof aus, aber soll ja noch gerafft werden. Erst habe ich mich vor den Spiegel gestellt und mit Stecknadeln alles versucht so zu raffen, wie ich so dacht. War aber ziemlich umständlich - besonders hinten. Deshalb hab ich dann doch meine Püppi geholt und alles drüber gezogen. Dabei habe ich mich etwas ausprobiert und hin und her gerafft, bis es mir gefallen hat. Aus einer einzelnen Raffung hinten, sind dann doch zwei übereinanderliegende geworden.So hatte ich mehr Stand und Bausch.


Mit dem Unterrock habe ich das selbe gemacht. Aber den habe ich auf der Püppi unter den grünen Stoff gezogen, damit ich besser sehen konnte, wo die Raffung am schönsten aussah. Der weiße Unterrock ist übrigens ein Rock von einem Trachtenkleid, in dem meine Mutter vor 20 Jahren geheiratet hatte. Er lag so lange im Schrank und hat jetzt endlich eine Bestimmung gefunden.


Zunächst hatte ich nur eine einzige Raffung im Unterrock, an der Seite. Stellte beim Anziehen aber fest, dass das irgendwie nicht so schick aussah. Also hab ich eine zweite Raffung eingefügt.

So, dann hatte ich also schon mal die Basis meines Outfits.
Als nächstes waren dann die kleinen Verzierungen fällig.  Um die Raffung zu verdecken hab ich Ohrring-Stecker vorne auf den grünen Rock gesteckt. Die Spitzen kann man einfach so durch den Stoff stecken. Auf der Rückseite hab ich sie mit einem dieser Gummi-Penöpel fixiert.


Ein ähnliches Verfahren habe ich bei der Brosche angewandt. Ich habe beim herumkramen noch eine alte Nadel aus dem Schützenverein, von vor 15 Jahren gefunden. Bei der Recherche habe ich fest gestellt, dass Orden und Auszeichnungen wohl sehr beliebt sind im Steampunk. Ich habe das so übernommen, weil mir eine Dekoration für das Oberteil fehlte. 
Die Pfauenfeder ist ein Ohrring. Davon gab es mal zwei, aber einer ist kaputt gegangen. Ich hab sie dennoch aufgehoben, weil ich die Federn so schön finde. Den Ohrring habe ich wieder mit der Spitze durch den Stoff gepiekst und mit dem Gummiding befestigt. Hat super gehalten. 


Den kaputten Ohrring habe ich für das Hütchen verwendet. Hütchen müssen unbedingt sein. Ich habe das Teil aus einer biegsamen, leichten Pappe geschnitten, mit dem gründen Stoff bezogen, geklebt und festgenäht. Oben drauf kam die Pfauenfeder.

Achja, und dann die Gürtel... ich habe eine Gürtelsammlung. Eine große Kiste mit allen möglichen Arten von Gürtel steht neben meinem Kleiderschrank. Davon hab ich mir die rausgesucht, die schon etwas abgenutzt waren und habe sie übereinander umgelegt. Auch das rote Ding an meinem Ausschnitt ist ein Gürtel. Frag mich bitte niemand, wofür ich den mal brauchte... Insgesamt hatte ich 6 Gürtel um.



Und so sah es dann am Ende aus... 


Vielen Dank für dieses Foto :D 
Dean Buchholz 

Kommentare

  1. Wow sieht echt toll aus! Steampunk ist einfach klasse und da du alles zusammengesucht hast hat es nochmal eine besondere Note. Finde ich zumindest. :)

    LG
    Cedric

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  2. Richtig gut gekommen! Steampunk ist halt einfach was Tolles :)

    LG
    Jari

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  3. Danke schön. Es hat auch richtig Spaß gemacht und ich merke schon den Suchtfaktor :D Ich hätte da noch Gardinen, die ich gut fürs nächste Outfit verwenden könnte. :D

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