Anja liest: Cecelia Ahern - Der Glasmurmelsammler

Ich habe das Buch aufgrund einer Empfehlung einer Freundin gelesen. Bisher habe ich den Namen der Autorin immer mit schnulzigen Liebesromanen in Verbindung gebracht, weshalb ich bis dato auch noch kein anderes Buch von ihr gelesen habe. Der Glasmurmelsammler ist eine schöne Familiengeschichte, besonders die Vater-Tochter-Beziehung steht im Vordergrund.

Es geht um Sabrina und ihren Vater Fergus. Sabrina hat ein relativ trostloses Leben. Eigentlich ist sie Rettungsschwimmerin und fühlt sich im Element Wasser am Wohlsten. An Land hat sie sogar Schwierigkeiten zu Atmen. Sie arbeitet in einem Altersheim, vormittags, und beaufsichtigt dort die Badegäste - es sind jeden Tag die gleichen. Dann holt sie ihre drei Söhne ab und das Chaos zu hause beginnt. Sie liebt ihren Mann, jedoch beginnt dieser an ihrer Liebe zu zweifeln und hat bereits eine Paartherapie angeleiert. 
Einige Monate, bevor die Geschichte ansetzt, erlitt ihr Vater einen Schlaganfall, woraufhin er große Lücken in seinem Gedächtnis findet. Er lebt jetzt in einem Pflegeheim mit einer reizenden Schwester und erhält oft Besuch von seinen 5 Brüdern. Doch wenn etwas schief läuft, wird Sabrina angerufen.
Eines Tages, Sabrina hat ein Beinahe-Ertrinken verpasst und schleudert vor Wut ihre Kaffeetasse an die Wand, erhält sie einen Anruf: mehrere Kisten, unbekannten Inhalts, wurden von einem Transporter für ihren Vater abgegeben. Sabrina begutachtete die Kisten, die ihr völlig unbekannt vorkommen und entdeckt eine umfangreiche Murmelsammlung. Diese Seite hatte sie bisher nicht an ihrem Vater gekannt und sie beschließt der Sache auf den Grund zu gehen.

Im Laufe des Buches findet man heraus, dass sich Sabrina und Fergus sehr ähnlich sind. Sie beiden glauben etwas sein zu müssen, was sie nicht sind. Fergus führte jahrelang ein Doppelleben, weil er glaubte den Anforderungen nicht gerecht zu werden. Und Sabrina bürdet sich mehr und mehr Arbeit auf, obwohl sie längst erkannt hat, dass sie bald nicht mehr kann, aber sie glaubt nun mal, dass man das so von ihr erwartet. Während ihrer Suche nach den Glasmurmeln entdeckt Sabrina einen völlig anderen Vater, als den, den sie bisher gekannt hatte. Und damit lernt sie auch gleichzeitig wieder zu sich selbst zu finden. 
In der Geschichte wird zwischen den Erinnerungen des Vaters und der Gegenwart der Tochter hin und her gesprungen. Es gibt einige Leute, die damit Schwierigkeiten haben, jedoch passt das hier sehr gut und man kommt auch nicht durcheinander. 
Das Ende ist offen. Aber sehr schön. Es kommt einem Neuanfang gleich.

Cecelia Ahern hat eine schöne Geschichte geschrieben. Sie ist einfühlsam, aber nicht kitschig. Ihre Sprache ist nicht sonderlich herausragend oder philosophisch, jedoch sehr bilderreich und somit schön anschaulich. Es ist ein Buch für den Strand und zum Entspannen.

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