Anja liest: Jean G. Goodhind - Mord ist schlecht fürs Geschäft

Der erste Band aus der Honey Driver - Reihe.

Ich hab mir das Buch aus der Buchhandlung mitgenommen, weil ich dachte, es könnte sich gut neben den Flavia und Dr. Siri-Romanen machen. Ich lese wirklich gerne Krimis der klassischen Art und weil ich unkonventionelle Ermittler spannen finde, hätte dieses Buch wirklich gut in mein Regal gepasst.





Honey Driver ist Hotelbesitzerin Bath, hat eine 18 Jährige Tochter und eine Mutter, die sie gern wieder in einer eheähnlichen Beziehung sehen würde. Honey wird vom Hotelverband als Verbindungsperson zur Polizei bestimmt, weil sie vor Jahren mal als Sekretärin beim Bewährungsdienst gearbeitet hat. Mord ist schließlich schlecht fürs Geschäft. Und kaum ist es so beschlossen taucht auch schon der erste Fall auf. Ein Amerikaner ist während seiner Familienstammbaum-Jagd spurlos abhanden gekommen. Honey muss jetzt mit der Polizei zusammenarbeiten und in diesem Zuge taucht der unheimlich tolle Detective Steve Doherty auf, auf den alle Frauen stehen, weil er so super aussieht. Honey darf ihn begleiten, ermittelt aber irgendwann auf eigene Faust. Das klingt spannender, als es ist, denn sie tut eigentlich nichts anderes als immer wieder an die immer gleichen Tatorte zu fahren, um dort immer wieder in den selben Ecken zu schnüffeln. Und weil sie anscheinend schlechte Augen hat, entdeckt sie die Hinweise auch erst beim Dritten mal. Aber den Durchbruch im Fall schafft sie erst, als ihr jemand anderes die Hinweise zusteckt und sie ihr quasi schon mundgerecht serviert. Die Story wird dadurch sehr schleppend und zieht sich unnötig in die Länge. Die Lösung des Falls kommt mir an den Haaren herbeigezogen vor und die Logik will sich mir auch nicht so wirklich erschließen.

Nicht nur die Story hat mich gelangweilt, sondern auch die Charaktere. Sie sind durch die Bank weg sehr klischeebehaftet. Die alte Mutter mit ihrem Verkupplungswahn, der super tolle Detective, die asozialen Hotelbesitzer, der schrullige Adlige und seine fiese Ehefrau. Und auch aus Honey bin ich nicht schlau geworden. Auf der einen Seite heißt es, sie hätte nach dem Tod ihres Mannes (10 Jahre zuvor) keinen Mann mehr angefasst, weil sie sich ausschließlich der Erziehung der Tochter widmen wollte. Auf der anderen Seite jagt sie jeder breiten Schulter hinterher, die ihr (halbwegs ansehnlich) über den Weg läuft. Sie scheint da in einer sehr engen Zwickmühle zu stecken und es wirkt, als könne sie sich nicht entscheiden, ob sie nun das Mütterchen oder die Schlampe spielen sollte. Alles in allem macht es auf mich nicht den Eindruck, als würde Honey wissen, was sie da tut.

Ich lese wirklich gern Krimis, wirklich. Aber das war weder spannend, noch witzig, und britisch schon gar nicht. Schade. Ich war schon ein wenig enttäuscht und glaube nicht, dass ich dem zweiten Band eine Chance geben möchte.

Kommentare

  1. Hallo Anja,

    so was mag ich ja auch gar nicht, wenn der Autor gar nicht weiß, wie seine Figuren sind.

    Das klingt ja wirklich gar nicht gut.

    Christina

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