Marketing für AutorInnen: Die Zielgruppe

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Im zweiten Teil der Blogserie um Marketing für AutorInnen geht es um die Definition der Zielgruppe. Dafür habe ich Helen von Buchvermarktung gebeten, einen Artikel zu verfassen. Helen hat sich auf Marketing für Bücher spezialisiert, denn ein Buch ist anders zu bewerben als eine Kaffeemaschine. Da sind manche Maßnahmen wirkungslos. Hier unterstützt Helen AutorInnen mit ihren Programme, Ideen und Seminaren, die eigens auf die Bewerbung von Büchern zurecht geschnitten sind. Gerade mit der Zielgruppe tun sich viele AutorInnen schwer, denn nicht jeder Mensch, der Bücher liest, liest auch das eigene Buch. Hierzu hat Helen eine Hilfestellung verfasst.





Wie Autoren ihre Zielgruppe einfach definieren können

Vor allen Marketingmaßnahmen steht immer die Frage nach der Zielgruppe. Wer gehört dazu? Wo finde ich sie im großen World Wide Web? Wie spreche ich meine Leser am besten an? Ohne die genaue Kenntnis über die Ziel- oder Lesergruppe lässt sich ein effektives Marketing nicht umsetzten.
Wie legt man die Zielgruppe fest? Schließlich gehen die meisten Autoren davon aus, das ihr Buch für jeder Mann/Frau geeignet ist. Das kann stimmen, diese Zielgruppendefinition ist dennoch etwas zu groß um sie effektiv zu bewerben.

Es muss eine einfache Hilfestellung her um von: "Mein Buch ist etwas für alle Leser dieser Welt." zu "Meine Bücher werden meist von Geschlecht x,  zwischen y Jahren mit Interessen an z gelesen." kommen. Dafür habe ich eine einfache Methode entwickelt. Diese Leserdefinitions-Methode baut auf drei Schritten auf. Schritt eins ist die klassische Zielgruppendefinition. Welches Geschlecht, Alter usw. haben deine Leser. Schritt zwei betrachtet die Leser als eine Interessengruppe. Im dritten Schritt geht es darum wo sich die Zielgruppe im Netz aufhält. Bei Facebook, bei Instagram oder vielleicht doch bei Snapchat. Die daraus resultierende Schnittmenge ist die auf welche die Marketingmaßnahmen ausgerichtet werden.



Das Problem und die Lösung lassen sich am besten an einem praktischen Beispiel erklären:
Nehmen wir einmal an, du hast einen Psychothriller geschrieben. Dein Leser kann ein 16-jähriger Junge, ein 51-jährige Universitätsprofessorin oder ein 28-jähriger Hausmann sein.

Eines wird schnell klar, DIE EINE Zielgruppe gibt es bei Autoren nicht. Es gilt herauszufinden wer, was und wo die größte Schnittmenge hat. Und auf dieses Ergebnis hin, werden die Marketingmaßnahmen ausgerichtet oder mehrere gestartet. 

Schritt 1: Die klassischen Zielgruppen definieren

Zielgruppe 1
Zielgruppe 2
Zielgruppe 3
Alter
16-20
25-35
35-50
Geschlecht
m
w
w/m
Lieblingsautor
Cody McFadyen
Sebastian Fitzek
Stephen King
Lieblings Film Genre
Horror
Thriller

Bildungsstand



...




Trage alle Punkte die dir einfallen zusammen und erstelle so viele Zielgruppen wie dir in den Sinn kommen. Je mehr du dich mit deinen Lesern beschäftigst, desto klarer werden sie. Erhältst du vielleicht vermehr Feedback von Frauen, wie der Autor Sebastian Fitzek, dann ist es sinnvoll, die Marketingmaßnahmen auf Frauen hin auszurichten.

Schritt 2: Die moderne Interessengruppe
Da sich der jugendliche Leser schwer mit der Universitätsprofessorin und dem Hausmann an einem Ort einfinden wird, müssen wir sie in Interessengruppen einsortieren. Diese Gruppen könnten sein, liest, fährt Auto, ist viel im Urlaub, schreibt selbst, hört Klassik usw. Überlege welche Gemeinsamkeiten deine Leser haben. 

Spielen deine Romane in einer bestimmten Stadt könnte das die Interessengruppe - Regionalkrimi sein. Diese definierte Interessengruppe ist der  Grund für den Erfolg von Regionalkrimis. Man kann die Marketingmaßnahmen einfach auf einen Ort begrenzen und optimieren.
In unserem Beispiel lassen wir den Psychothriller in Berlin spielen und die Leser sind für leichte, spannende Unterhaltung zu haben und nicht für beispielsweise historische Epen.

Schritt 3: Die Wahl der Plattform
Wo halten sich die Leser auf? Hier helfen statistische Angaben die einfach zu googeln sind, damit man aktuelle Zahlen erhält.
Bei Facebook sind meist Menschen ab einem Alter von 30. Bei Snapchat findet man die jungen Menschen ab 15 und bei Instagram halten sich die sogenannten Millennials (zwischen 1980-2000 geborene) auf. 

Frage dich, gibt es neue Plattformen? Welche Zielgruppen halten sich dort auf? Es wird immer eine neue Plattform geben. Denke auch daran, dass sich Zielgruppen auch gern einmal auf andere Plattformen verschieben. Frühere Facebook User sind nun auf Instagram zu finden und dann gibt es ja auch noch Pinterest.

Nun aber zurück zum Beispiel. Die Lesergemeinschaft für den Psychothriller hält sich also vermehrt bei Instagram auf.

Fassen wir nun die drei Schritte zusammen:
Die Schnittmenge aus dem Praxisbeispiel sind Frauen zwischen 25-30 Jahren, die gerne lesen um sich zu unterhalten und sich vermehrt auf Instagram aufhalten. Dadurch ist die Zielsetzung klar, welche Leser angesprochen werden sollen und man kann mit der Marketingstrategieplanung beginnen.

Durch die Leserdefinitions-Methode lernst du deine Leser näher kennen. Du kannst eine oder mehrere Interessengruppe identifiziert und deine Marketingmaßnahmen daraufhin ausrichten.
Neue Marketingideen, fernab von Blogtouren, findest du auf meinem Blog.



Über Helen Schmidt:
Ich bin Online-Marketingberaterin für AutorInnen und Verlage, gelernte IT-Systemkauffrau und Qualitätsmanagerin. Ich hatte einige Jahre eine Buchhandlung in Berlin un bin seit 2016 online unterwegs, um AutorInnen beim Buchmarketing im Internet zu unterstützen.

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