Anja fragt: Krimiautor Stefan Wollschläger

Friesenauge - der neue Krimi von Stefan Wollschläger
Stefan Wollschläger ist bekannt für seine Friesenkrimis um Diederike Dirks und Oskar Breithammer. Heute darf ich euch zu einem Interview mit ihm einladen. Vor kurzem hat der Autor seinen dritten Roman in dieser Reihe als Selfpublisher veröffentlicht: "Friesenauge". Das hört sich irgendwie ein bisschen eklig an. Mal sehen, was dahinter steckt.
Zu "Friesenkunst" und "Friesenklinik" gab es auf meinem Blog bereits Rezensionen. Das dritte Buch schaffe ich auch noch - versprochen. 




Lieber Stefan,

Vielen Dank, dass du dir für ein paar Fragen Zeit nimmst. Du bist Autor und Selfpublisher aus Osnabrück und hast kürzlich deinen dritten Friesenkrimi herausgebracht. Den nehme ich mit in den Urlaub nach Norderney.

Ich beantworte Dir gerne Deine Fragen und hoffe, das Buch gefällt Dir.


„Friesenauge“ ist nun der dritte Fall für Diederike und Oskar in Ostfriesland. Das klingt tatsächlich ein bisschen gruselig. Worum geht es diesmal?

Einem Toten wurden die Augen entfernt und seine Freundin wird vermisst. Wurde sie auch ermordet oder lebt sie noch? Das klingt zwar gruselig, aber es fließt kein Blut; richtig Angst bekommt man nicht (Anm. Anja: Das sagst DU!), und es gibt immer wieder lustige Szenen. Das Thema bringt einige skurrile Figuren mit sich. Die Geschichte wurde diesmal übrigens von einem wahren Hintergrund inspiriert.


Fährst du selbst gern nach Ostfriesland? Deine Beschreibungen der Landschaften klingen so, als wärst du selbst mit dem Rad übers Land geradelt.

Ja, ich mag dort das Meer und die Weite. Und natürlich den Tee. Das passt perfekt zusammen, sich tagsüber den Wind um die Ohren blasen zu lassen und sich danach an einem Ostfriesentee aufzuwärmen. Wenn man beschließt, über einen Ort zu schreiben, dann nimmt man ihn aber noch einmal auf eine ganz besondere Art wahr.


 
Das ist der Autor



Ich mag die Charaktere Diederike und Oskar sehr gern. Was macht sie für dich so besonders?

Danke J Diederike wirkt nach außen kühl, aber eigentlich ist sie herzlich und emphatisch. Das finde ich wichtig für eine Komissarin, dass sie einerseits professionell ist und man ihr den Job zutraut, aber andererseits ist sie durch ihre Arbeit nicht so sehr verdorben, dass sie dadurch nicht mehr bewegt wird. Dafür ist Diederike allerdings nicht so gut in Beziehungen. Oskar hat im Gegensatz dazu eine warme, naive Art und denkt um die Ecke, das macht beide zu einem guten Team. In diesem Buch lernt man übrigens Diederike persönlicher kennen und erfährt auch etwas über ihre Familie.


Dein erster selbstveröffentlichter Roman war eine Fantasy-Geschichte. Wie bist du dann darauf gekommen, Krimis zu schreiben?

„Das Prinzessinnenspiel“ enthält auch Krimi- und Thrillerelemente und am Ende habe ich gemerkt, dass es mir viel Spaß gemacht hat, diese spannenden Szenen zu schreiben und ein Rätsel in die Geschichte zu integrieren. Später habe ich es mir als persönliche Herausforderung gestellt, einen Krimi zu schreiben. Ich wollte wissen, was es für Kommissare sind, die in mir schlummern und sie kennenlernen.


Gibt es einen großen Unterschied zwischen dem Schreiben von Fantasy und dem von Krimis?

Beim Schreiben von Fantasy hat man scheinbar mehr Freiheiten. Ein Krimi hat ein enges Gerüst dadurch, dass ein Rätsel Schritt für Schritt gelöst werden muss. Plötzlich verlangt die Logik einen weiteren Zeugen, an den man zuvor gar nicht gedacht hat. Allerdings ist man auch bei einer Fantasygeschichte nicht wirklich frei, sondern eine spannende Geschichte braucht nun mal bestimmte Elemente. Geschichten zu schreiben kann man mit Kochen vergleichen: Beim Krimi hat man zehn Zutaten vorgegeben und macht aus acht davon ein Gericht; beim Fantasyroman hast du eine unbegrenzte Auswahl an Zutaten zur Verfügung, aber am Ende darfst du trotzdem nur acht davon verwenden.


Hast du vor, demnächst noch mal das Genre zu wechseln?

Wenn meine Krimis den Leuten nicht mehr schmecken, werde ich mich einer neuen Herausforderung stellen.


Wie war es für dich, als du dein erstes Buch veröffentlichst hast? Hast du dich vor den Rezensionen gefürchtet?

Es ist ein großes Wagnis, ein Buch zu veröffentlichen und gerade das erste Buch enthält viel Persönliches. Entmutigend war es, das Manuskript an Verlage zu schicken und nach einem halben Jahr einen Formbrief als Absage zu bekommen, der von einem Praktikanten unterschrieben wurde. Die Rückmeldungen von Lesern nach der Veröffenlichung waren jedoch meistens positiv und haben mich sehr ermutigt.


Kann man dich auch mal live treffen? Machst du Lesungen oder bist du auf Messen vertreten? Zum Beispiel auf der Frankfurter Buchmesse diesen Herbst?

Im Herbst bin ich wieder auf der Frankfurter Buchmesse. Auf meiner Homepage und auf Facebook stehen dann die Zeiten, wann man mich dort treffen kann.


Dein Buch kostet momentan 99Cent, hat aber knapp 200 Seiten. Fühlt man sich da nicht etwas unter Wert verkauft? Immerhin kosten Bücher von bekannten Autoren weitaus mehr. Wie kannst du dich bei den heutigen Dumpingpreisen für Bücher zum Schreiben motivieren?

99 Cent sind der Einführungspreis, um dem Buch eine möglichst große Plattform zu geben. Als Autor steigert man erst nach und nach seinen Wert. Man muss außerdem die Unternehmerseite und die Künstlerseite voneinander trennen. Der Preis ist eine unternehmerische Entscheidung, als Künstler habe ich jedoch eine ganz eigene Motivation, die gar nicht vom Geld abhängig ist. Die Preise, die man als Künstler erzielt, stehen niemals in einem logischen Zusammenhang zum Aufwand, den man betreibt. Als Autor hat man es da übrigens noch bedeutend besser als ein Tänzer, Fotograf oder Schauspieler.


Gibst du auch Exemplare an Blogger raus, für Rezensionen?

Ja. Wenn du einen Blog hast, kannst du mir einfach eine E-Mail schreiben, ich stelle dir mein Buch gerne als E-Book oder Taschenbuch zur Verfügung.


Hast du Buchempfehlungen für uns?

Ich habe gerade von der australischen Independent Autorin W.R. Gingell „Shards of a broken Sword“ (Englisch) gelesen und fand die ersten beiden Geschichten darin äußerst zauberhaft und originell! Und natürlich „A Fairy Tale“ von Anja Stephan J  (Anm. Anja: höhöhö...)


Vielen Dank, dass du dir Zeit für das Interview genommen hast. Ich warte dann auf deinen nächsten Krimi.


Danke! Die Idee für das neue Buch habe ich schon.
(Anm. Anja: Du hast aber nicht vor, Blogger umzubringen, oder?)


Hier könnt ihr Stefan Wollschläger finden:

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