Anja fragt: die romantische Rita Roth

Heute führe ich ein Gespräch mit Rita Roth. Die Osnabrücker Autorin ist bekannt für ihre romantische Ader und Urlaubslektüre. Vor kurzem hat sie ihren vierten Roman als Selfpublisher veröffentlicht: "Sandornküsse und Meer". Ihre Geschichten spielen alle an beliebten Urlaubsorten, wie dem Algäu, Sylt oder der neue Roman auf der schönen Insel Norderney.



Liebe Rita, vielen Dank, dass du dir Zeit für ein paar Fragen nimmst.

Du hast gestern deinen (wievielten?) Roman veröffentlicht. Er heißt „Sandornküsse & Meer“. Das klingt sehr romantisch. Worum geht es denn?

Hallo liebe Anja,
herzlichen Dank für dieses Interview zu meinem vierten Roman. Die Zeit dafür nehme ich mir gerne, auch wenn ich momentan bereits in der Vorbereitung von Teil 2 meines Norderneyromans stecke.

Worum es geht? Julie-Marie Sommer, die Protagonistin dieser Geschichte, hat einen ausgeprägten Hang zur Romantik. Ihr Traum von Liebe, Familie und Kindern hat sich in Luft aufgelöst, als ihr Schatz die geplante Hochzeit wenige Wochen vor dem großen Ereignis platzen lässt. Nach dieser Enttäuschung schwört sie sich, niemals wieder ihr Herz zu verschenken und will auf Norderney als Physiotherapeutin ein neues Leben anfangen.


Schreibst du ausschließlich romantische Geschichten oder hast du schon mal darüber nachgedacht, etwas anderes zu schreiben?

Manchmal denke ich darüber nach, ob ich ein wenig kriminell werden sollte. In der Anthologie der Osnabrücker Ersttäter ist auch ein Kurzkrimi von mir enthalten und in meinem ebook „Sommer im Glas“ findet sich ein Gartenzwerg wieder, der es in sich hat.


Was magst du an Liebesgeschichten besonders?

Kann ich gar nicht so genau sagen, was ich daran besonders mag. Das Happy-End vielleicht? Das Knistern, die Gefühle, die in die verschiedensten Richtungen abdriften können und den Verstand mitunter lahmlegen.

Rita auf Recherche am Meer


Du weißt ja, dass ich eigentlich kein Fan von Romanzen bin. Aber du hast mir mal gesagt, dass mich deine Geschichten doch überraschen würden. Warum?

Ja, habe ich das gesagt? Nun, weil meine Protagonisten durchaus mitten unter uns leben könnten. Meine Romane spielen bisher alle in Deutschland und die Figuren (natürlich nicht alle) haben ihre Eigenarten und Macken, wie jeder von uns.


Deine Geschichten spielen immer an schönen Urlaubsorten. Du hast schon eine Romanze im Allgäu und auf Sylt spielen lassen. Dadurch hast du sogar eine super Platzierung bei Amazon in der Kategorie „Reiseführer“ bekommen. Wie kannst du dir das denn erklären? Machst du Schleichwerbung für Wanderstrecken?

Da bringst du mich auf eine Idee!


Die neue Geschichte spielt auf Norderney, deine Lieblingsinsel. Was macht Norderney für dich so liebenswert?

Was es genau ist, kann ich gar nicht sagen. Mir gefällt es, dass man absolut seine Ruhe haben kann, aber andererseits auch Unterhaltung, Kultur und wenn man es mag, auch Nachtleben. Entweder man liebt die Insel und wird zum Wiederholungstäter oder eben nicht. Norderney hat einen traumhaften weiten Strand, aber auch ein Wäldchen und sogar Rehe und Hirsche und jede Menge Kaninchen. Ein schnuckeliges Kino, eine imposante Leihbücherei im Conversationshaus, ein Thalassobad vom Feinsten, außerdem gibt es lecker Frieseneis und viele nette Lokale und sympathische Menschen, mit denen man auch als Alleinreisender schnell ins Gespräch kommt.


Hast du Ausflugtipps?

Nein, nicht wirklich. Für mich gehört die Besteigung des Leuchtturms (trotz Höhenangst) zum Pflichtprogramm, wenn ich auf einer Insel bin. Das muss ich aber nicht nur in jedem Urlaub wiederholen. Einmal bis zum Wrack am Ostende der Insel zu laufen, ist auch sehr reizvoll, dauert aber auch mehrere Stunden. Das Wetter sollte für so einen Ausflug allerdings beständig sein.


Ich mache dieses Jahr auch Urlaub auf Norderney. Kann ich dein Buch lesen und dann den Liebesschlössern nachgehen? Gibt es die wirklich?

Die Liebesschlösser gibt es tatsächlich. Die Geschichten dazu sind allerdings frei erfunden. Fast täglich kommen neue Liebesschlösser hinzu, was an einigen Stellen, z.B. an Denkmälern gar nicht gern gesehen wird. Die werden dann sehr schnell übergesiedelt, sodass die Namen nicht mehr lesbar sind.

  
Die Liebesschlösser gibt es auf Norderney überall

Du hast mir erzählt, dass du recht spät damit begonnen hast, Bücher zu schreiben. Wie bist du auf die Idee gekommen, es dann doch zu probieren?

Mit dem Gedankten hatte ich schon längere Zeit gespielt und die Geschichte entwickelte sich immer mehr in meinem Kopf. Als ich dann im Herbst 2012 in der Zeitschrift TextArt einen Artikel über den NaNoWriMo gelesen habe, stand mein Entschluss fest, allerdings hatte ich nicht vorgehabt, jemals etwas zu veröffentlichen. Bis Ende 2013 hat es dann aber doch noch gedauert, bis ich das Wort ENDE unter den Roman - Mirabella - gesetzt habe.
Anschließend bin ich ziemlich blauäugig auf Verlagssuche gegangen und habe lauter Absagen bekommen, bis ein Kleinverlag den Roman ins Programm für 2015 aufgenommen hat. Den Verlag gibt es nicht mehr, die Rechte sind an mich zurückgefallen und seit 2016 bin ich Selfpublisherin.


Hast du einen Rat, den du neuen Autoren mitgeben möchtest?

Schreiben! Schreiben! Schreiben! Und sich mit anderen ‚Schreiberlingen‘ treffen und austauschen, sich also vernetzen. Toleranz anderen Genre gegenüber haben und Missgunst und Neid aus seinem Autorenleben verbannen.


Du veröffentlichst als Selfpublisher. Hat man es als Selfie wirklich immer schwerer als Verlagsautoren oder gibt es auch Vorteile?

Das sehe ich nicht so, dass man es als Selfpublisher immer schwerer hat, als Verlagsautoren. Allerdings bin ich für alles selbst zuständig, das kostet Geld und viel Zeit, die wir Autoren ja lieber zum Schreiben nutzen würden.
Vorteile:
Kein Termindruck!
Das Cover wird nach meinen Wünschen entworfen.
Monatliche Abrechnung der E-Books
Vernetzung im Selfpublisherverband ist möglich


Selfies sind ja immer noch ein Streitthema in der Leserschaft. Viele verbinden damit mangelnde Qualität, weil es doch immer noch viele gibt, die ihre Tagebucheinträge veröffentlichen. Wie stellst du sicher, dass du als Autorin ernst genommen werden kannst? (Ich spiele hier auf Lektor, Cover, Kurse etc. an)

Also, das Schreiben an sich, ist ganz viel Übungssache. Da gibt es noch ganz viel für mich zu lernen. Seit einigen Jahren nehme ich an Fortbildungen im Bereich Literatur der Bundesakademie für kulturelle Bildung (BA) in Wolfenbüttel teil und absolviere dort gerade die Reihe der Basiskurse. Außerdem belege ich VHS-Kurse und war über mehrere Jahre in einer Schreibgruppe.
Für mich ist klar, dass ein Buch, das mit viel Herzblut geschrieben ist und das ich in die weite Bücherwelt schicken will, vorher lektoriert und korrigiert wird und ein professionell erstelltes Cover bekommt.


Gibst du auch Rezensionsexemplare raus? Dürfen dich Blogger kontaktieren?

Blogger dürfen mich sehr gern kontaktieren und über Rezensionsexemplare können wir auch reden.


Möchtest du noch etwas loswerden? Oder habe ich dich etwas Wichtiges nicht gefragt?

Ob ich noch etwas loswerden möchte? Vielleicht das, dass jeder Autor sich über ein Feedback (Rezension) seiner Bücher freut. Aber bitte mit Anstand und Respekt. Auch Kritik kann man so anbringen, dass man nicht verletzend wird.


Vielen Dank, liebe Rita, für das tolle Gespräch.


Herzlichen Dank, liebe Anja, für das Interview. Die Fragen waren gar nicht mal so leicht zu beantworten. Und lass es mich wissen, wenn du auch zu den Norderneyfans gehörst. 


Bücher von Ritha Roth gibt es hier:

Wer Rita mag, kann sie hier treffen:





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