Anja liest: Zarah Philips - Lauter Leichen


Die Autorin Zarah Philips habe ich bei Facebook in der Selfpublisher-Gruppe kennengelernt. Ich habe einen Beitrag über den Umgang mit Bloggern geschrieben, woraufhin sie mich anschrieb und sofort die richtigen Worte fand, die mich verleiteten, ihr Buch "Lauter Leichen" zu kaufen und zu lesen. Die Autorin kommt aus Hamburg, wo auch ihr Debüt-Krimi spielt. Ich war von Anfang an begeistert und kann diese wundervolle Geschichte jedem Krimifan an Herz legen.


"LEB! WEITER! BLÖDES! ARSCHLOCH!"

Dies sind Elli erste Worte in diesem Roman. Sie ist gerade dabei ihrem Exfreund eine Herzdruckmassage nach dem Lied "Staying Alive" von den BeeGees zu verpassen. Leider vergeblich, denn ihr Ex stirbt. Das ist die erste Leiche in diesem Roman. So gut es geht, versucht Elli ihre  Spuren zu verwischen, doch sie macht ein paar Fehler, die sie durch ein paar unglückliche Zufälle zur Hauptverdächtigen machen. Dabei tauchen nach und nach immer mehr Leichen auf, die allen ein Rätsel aufgeben - oder mehrere Rätsel. Gemeinsam mit Hilfe ihres unerschrockenen Clans deckt sie das Komplott auf.

Der Krimi hat mir von Beginn an gefallen. An vielen Stellen habe ich laut gelacht und gehofft, dass meine Kinder dadurch nicht wach werden. Er ist witzig, charmant und sprüht vor Energie. Die Story ist gut durchdacht und bis zur großen Aufklärung bleibt es wirklich spannend. Mit seinen Irrungen und Wirrungen hat mich der Krimi sehr an Agatha Christies Werke erinnert, die ich sehr verehre. Es gibt viele Leichen, viele Verdächtige und eine sehr gute Geschichte. Es gibt sogar eine Liebesgeschichte. Es bleibt spannend, bis zum Schluss und es werden einem erstaunliche Schlussfolgerungen mitgeteilt. Ganz im Sinne von Hercule Poirot.

Die Charaktere sind allesamt - wirklich ausnahmslos - liebevoll gezeichnet, einmalig und unverwechselbar. Die Autorin hat einen scharfen Sinn und eine herausragende Beobachtungsgabe. Besonders Oma Frieda habe ich ins Herz geschlossen. Sie hat mich an meine Oma erinnert - die auch Frieda hieß - und auf die die Charakterdarstellung hunderprozentig gepasst hätte. Aber auch Ellis Cousine Cheeta Priscilla hat mich völlig umgehauen - ich hab übrigens 116. Ich bin echt froh, dass niemand von den sympathischen Charakteren stirbt.

Der Sprachstil ist herrlich. Die Autorin schreibt in einer klaren Sprache, aber sehr humorvoll und ironisch. Sie ist sehr gewitzt und weiß, wie man mit Sprache umgeht. Ihre Pointen setzt sie genau an der richtigen Stelle und macht dadurch das Lesen zu einem Vergnügen.

Ich hoffe sehr, dass Elli nicht die Finger von Morden lässt und sich bald wieder - in Begleitung ihrer Familie - auf ein neues Abenteuer einlässt.

Diesen Krimi kann ich jedem empfehlen, der auf unkonventionelle Ermittler setzt und eine gute, verzwickte Story mit einigen AHA-Effekten genießen möchte.


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