Paris: Les Puces - Der Flohmarkt in St. Ouen


Wer Flohmärkte liebt und gern stöbern und shoppen geht, darf sich den Flohmarkt in St. Ouen am Porte de Clignancourt nicht entgehen lassen. Man darf sich das nicht als Flohmarkt, wie man ihn hier in Deutschland kennt, vorstellen, wo ein paar Händler ihre Tische aufbauen und dort den Ramsch, den sie loswerden wollen, zu Spottpreisen anbieten. Auf dem Marché aux puces bieten an die 1.700 Händler ihre Sammlungen an, es gibt 14 Areale, die sich um mehrere Straßenzüge herum verteilen. 



 Zum Flohmarkt gelangt ihr ausschließlich mit der Linie 4, die pinkfarbene. Ihr fahrt bis zur Endhaltestelle "Porte de Clignancourt" und geht dann noch ein Stück die Straße runter. Ausgeschildert ist der Standort mit "Les Puces" - daran könnt ihr euch orientieren. Ihr müsst erst an den Ramsch-Ständen vorbei, dann müsst ihr mal schauen; geht in irgendeine Seitenstraße hinein und schon seid ihr da.


Es gibt mehrere dieser Eingänge

Das Areal der Märkte ist riesig, aber ihr könnt euch gut orientieren, weil alles ausgeschildert und benannt ist. Hier werden antike Gegenstände, wie Möbel, Dekoration und Geschirr, sowie Kleidung, Spiegel und kleine Sammlungen angeboten. Ob ihr Türklinken sucht, oder Streichholzschachteln, alte Zeitschriften oder Anstecknadeln. Hier werdet ihr definitiv fündig.


 

Neben den Hauptwegen finden sich immer kleine Nebengassen. In dieser hier habe ich eine kleine Bar entdeckt, in der eine gute Sängerin französische Chansons präsentiert. Essen und einen Kaffee trinken kann man hier auch gut. Man taucht so in eine völlig andere Welt ab. Schon, weil der Flohmarkt lange nicht so überlaufen und stressig ist, wie andere Gegenden in Paris - zum Beispiel die Touristenpfade.


Borten und Spitzen, Unterwäsche aus der Jahrhundertwende. Viele Händler haben sich auf einen bestimmten Bereich spezialisiert. Manche handeln ausschließlich mit Bilderrahmen oder Spiegeln, manche nur mit Papeterie und alten Büchern, andere Kaffeekannen oder gar Kleinkram, wie Türklinken, Hausnummern etc. Der Markt ist sehr vielfältig.


Viele Besucher behaupten, die Antiquitäten und Möbel dort seien überteuert und empfinden dies als Wucher. Nun, dazu muss man sich bitte nur einmal das Preisniveau in Paris allgemein anschauen. Eine Cola kostet im Restaurant 5Euro - das ist der Standardpreis. Die Mieten und Lebenshaltung sind unheimlich teuer und das Lohnniveau niedrig. Paris ist im allgemeinen eine sehr teure Stadt. Da sind auch eben höhere Preise bei den antiken Möbeln völlig legitim. 



 Ja, das sind riesige Ziffernblätter


Klar gibt es auch alten Plunder zu kaufen. Aber es gibt eben auch Leute, die das Sammeln. Für die einen ist es Ramsch, für die anderen eine kleine Kostbarkeit. Ich habe mir einen Tortenheber mit bemaltem Porzellangriff gekauft. Es gibt sicher einige unter euch Lesern, die mich dafür auslachen oder zumindest verständnislos den Kopf schütteln. Aber für mich ist dieses Ding eine kleine Kostbarkeit.


In dem Areal Vernaison werden hauptsächlich Antiquitäten verkauft. Wenn ihr aber in andere Bereiche geht, könnt ihr super Schnäppchen machen. Dort gibt es viele Stände, die extrem reduzierte (originale) Markenkleidung und -schuhe anbieten. Sieht halt nur nicht Boutique-schick aus, aber die Ware stimmt trotzdem. Ich habe mir ein paar neue (!) Doc Martens für 45Euro ausgeguckt, leider waren die nicht mehr in meiner Größe vorhanden. Hier kann man richtige Schnapper machen. Man kann in den meisten Geschäften mit der Karte und Kreditkarte zahlen, Bargeld wird aber auch akzeptiert.

Der Markt hat Samstag (ab 09:00 bis 18:00 Uhr), Sonntag (ab 10:00 bist 18:00 Uhr) und Montag (ab 11:00 bis 17:00 Uhr) geöffnet. Eintritt ist natürlich frei. Man könnte sich quasi den ganzen Tag dort aufhalten, es gibt ca. 21 Restaurants in diesem Areal, so würde man nicht verhungern. Probiert euch aus.

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