Paris: ein Besuch im Louvre

Wer nach Paris fährt, will unbedingt in den Louvre. Aber habt ihr euch auch ganz genau überlegt, auf was ihr euch da einlasst? Wer sich ernsthaft im berühmten Kunstmuseum umschauen möchte, braucht ein paar Stunden Zeit. Hier habe ich euch ein paar Empfehlungen zusammengestellt, dir ihr für euren Louvre Besuch nutzen könnt.



1. Was wollt ihr sehen?

Der Louvre ist riesig. Und wenn ich das sage, meine ich das auch so. Er sieht von außen ganz harmlos aus, aber ihr müsst bedenken, dass sich die Kunst über mehrere Etagen erstreckt und die Heilgen Hallen einmal mehrere Tausend Adlige, nebst König von Frankreich, beherbergte. Daher ist es ratsam, sich bereits vorher darüber zu informieren WAS man sehen möchte. Interessiert ihr euch für die Ägyptische Sammlung? Dann solltet ihr am besten auf direktem Wege dorthin gehen und die restlichen Abteilungen, die euch nicht interessieren, einfach aussparen. 


2. Wo findet ihr eure Kunst der Wahl?

Weil der Louvre so unübersichtlich ist, bietet das Museum Pläne an, die euch auf 10 Seiten erklären, wie ihr euch dort zurechtfindet. Die Pläne gibt es auf der Website des Louvre zum Herunterladen - auch auf Deutsch. Während ihr den Plan studiert, werdet ihr feststellen, dass das Museum bereits im Kellergeschoss mit den Ausstellungen beginnt und sich dann bis in die 2. Etage erstreckt. Wenn ihr zwischen den Etagen und den Abteilungen springen wollt, bedenkt bitte, dass nicht jede Treppe überall hinführt, sondern dass manche Abteilungen nur über den Fahrstuhl zu erreichen sind.
Ich habe mich endlos verlaufen, als ich in den Sully wollte, um mir Vermeer anzusehen, bis ich festgestellt habe, dass es dort gar keine Treppe hin gibt. Aber ihr könnt beruhigt sein: das Personal ist auf internationale Gäste eingestellt und spricht mindestens Englisch.


3. Rüstet euch!

Jawohl! Rüstet euch aus: bequeme Schuhe, Trinkwasser, ein Snack, nicht zu warme Kleidung. Im Louvre gibt es zwar Cafés, aber die sind schon ziemlich teuer. Aber es ist auch erlaubt, sich die eigenen Getränke mitzubringen. Es wird niemand mecker, weil ihr euch auf eine der Ledersitze platziert und einen Schluck aus eurer Eistee-Flasche nehmt. Ein Picknick solltet ihr natürlich nicht veranstalten.
Es gibt die Möglichkeit direkt an der Information Kopfhörer auszuleihen und sich Gemäldeführer mitzunehmen. Ihr könnt euch sogar einen Audioguide auf euren Nintendo DS laden. Es sind sehr viele Sprachen verfügbar. Wenn ihr noch keine Ahnung von den ausgestellten Bildern habt, solltet ihr davon Gebrauch machen. 

Sicherheit: In den großen Museen werden vor dem Eintritt die Taschen durchleuchtet. Seht zu, dass ihr keine peinlichen Gegenstände mitschleppt. Außerdem sind seit den Anschlägen im November 2015 die Sicherheitsmaßnahmen erhöht worden, so dass jetzt keine großen Rucksäcke mit reingebracht werden dürfen. Nehmt euch leichtes Gepäck mit. 

Ein unbemannter Rucksack löst übrigens sehr schnell Panik aus. Selbst wenn ihr nur 2m daneben steht, dürft ihr euch von der Security ordentlich was anhören, wenn ihr euer Gepäck irgendwo hinstellt - zum Bespiel an die Absperrung der Skulptur von Amor und Psyche von Canova - und dann verlasst. Das ist echt peinlich! Vor allem, wenn ihr nur die Hälfte von dem versteht, was die Leute da sagen. Immer fleißig nicken, schuldbewusst dreinschauen und "pardon" murmeln.


4. Mona Lisa oder was?

Ja, die Mona Lisa ist das berühmteste Gemälde der Welt. Allerdings mag ich gar nicht verstehen warum. Zum einen hat Leonardo Da Vinci technisch weitaus ausgereiftere Gemälde zu Stande gebracht, zum anderen... hübsch ist die Dame auch nicht gerade (wenn wir mal ehrlich sind). Außerdem werdet ihr überrascht sein, wie klein das Gemälde ist, es ist gerade mal so groß wie ein A4-Blatt. Desweiteren müsst ihr euch darauf einstellen, in einer ziemlich langen Schlange zu stehen, bevor ihr einen Blick darauf werfen dürft - und dann auch nur mit großem Abstand. Vor dem Gemälde befindet sich in 2m Abstand eine Absperrung und außerdem ist es hinter Glas eingefasst. Daher werdet ihr auch nicht wirklich was erkennen, weil das Bild eben echt klein ist. Ausgiebig betrachten und "studieren", darin aufgehen wie manch ein Dichter, fällt hier also flach, denn es drängeln schon andere Touristen hinter euch, die unbedingt diese Frau anstarren wollen. Das macht nicht wirklich Spaß und ist nicht nur nervenaufreibend, sondern macht auch noch schlechte Laune. 


5. Leonardo da Vinci in der Grande Galerie

Die große Galerie befindet sich im Denon-Flügel in der 1. Etage. Das ist die, die man meistens in den Filmen sieht und die gespickt ist mit den berühmtesten Gemälden der Welt. So auch mehrere Werke von Leonardo Da Vinci. Komischer weise sind diese nicht in einem Glaskasten gerahmt und auch der Abstand durch die Absperrung beträgt lediglich einen halben Meter. 

Gerade an der Felsengrottenmadonna könnt ihr das Genie Leonardos bewundern. Das, was sowohl die Mona Lisa, als auch dieses Bild so besonders macht, ist das so genannte Sfumato - die Vernebelung. Zu Leonardos Zeiten war es besonders wichtig Abgrenzungen und harte Linien in ein Gemälde einzubauen, gerade in der Florentiner Kunst war das grundlegender Bestandteil eines Gemäldes. Dann entwickelte Leonardo das Sfumato, er malte ohne harte Linien und verwischte die Farben derart aufwändig ineinander dass allein durch die Schattierung Abgrenzungen entstanden. Dazu wischte er teilweise mit dem Handballen auf dem Malgrund herum. Auf der Felsengrottenmadonna hat er diese Technik gemeistert und ihr werdet hier keine einzige harte Linie finden.
Wenn ihr euch lieber schöne Frauen anschaut, könnt ihr euch besser vor die Ferronniere stellen, als vor die Mona Lisa. Dieses Gemälde birgt ein ebenso großes Geheimnis, wie die Mona Lisa. Und sie hat sogar Augenbraue.





6. Habt überall eure Augen

Der Louvre beherbergt die berühmteste Kunstsammlung der Welt... aber allein schon das Gebäude ist schon sehenswert. Dieses Gebäude war einmal ein Palast in dem der König von Frankreich wohnte, und der hat es sich sehr schick eingerichtet.






7. Spart Geld für den Museums-Shop

Jap... der Museums-Shop im Louvre... es gibt gleich mehrere. Und allesamt sind sehr umfangreich bestückt. Es gibt nicht nur diesen Krempel - wie bedruckte Tassen oder T-Shirts - sondern auch hochwertige Kunstdrucke der Gemälde und limitierte Ausgaben besonderer Bücher. Hier findet ihr Bildbände und Abhandlungen über alle möglichen Themen - ein Kunstdruck von der Ferronniere ist allerdings nicht dabei...



Der Louvre hat täglich geöffnet von 09:00 bis 18:00 Uhr. Mittwochs und Freitags hat er Spätöffnungszeiten bis 21:45 Uhr. Ab 30 min vor Schließung machen die Tore dicht, dann kommt ihr nicht mehr hinein. Dienstag hat der Louvre geschlossen.

Der Eintritt kostet 15 Euro, nicht ermäßigt. Personen unter 18 Jahren sind frei.

Kommentare:

  1. Hallo Anja,
    hätte ich das nur gewusst, als ich damals im Louvre war ;) Eine sehr gute Zusammenfassung und tolle Tipps! Ich habe mich im riesigen Gebäude auch schrecklich verlaufen und am Ende habe ich eher wenig von der Kunst gesehen, da ich mehr nach den Weg Ausschau halten musste. Schade... schade... aber ich will ja eh nochmal hin und dann nehme ich mir deine Ratschläge zu Herzen.
    Viele Grüße
    Maria

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    1. Ich war schon mehrere Male im Louvre und verlaufe mich jedes Mal :D Gegen meine Orientierungslosigkeit hilft anscheinend auch kein 10-Seiten Plan. :D

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