Anja liest: Matt Haig - Ich und die Menschen

Ich habe nicht erwartet, ein derart philosophisches Buch in den Händen zu halten.
Wo es zu Anfang noch sehr amüsant zu lesen ist, wird es zunehmend hinterfragender. - Wieso regen sich die Menschen so auf? Wegen der fehlenden Kleidung? Nein, so primitiv können die doch nicht sein! - Was macht den Menschen aus? Sind es all die Gefühle? Die Liebe, die Verzweiflung, die Hoffnung, die Trauer? Sind es all seine Routinen, die er sich so leidenschaftlich hingibt? Wieso ist der Mensch glücklich? Was treibt ihn an?


Der Blick von Außen auf uns Mensch ist liebevoll und mit Humor gezeichnet. Es macht Spaß sich vorführen zu lassen, wie wir an Dingen hängen, die für andere absolut keinen Wert haben, oder wieso wir Religionen anhängen, warum wir jeden Tag das selbe machen, und nur zwei Tage in der Woche zu Spaß-Tagen erklärt haben, wo es doch genauso gut anders herum sein könnte. Und natürlich geht es um das größte aller Gefühle, die Liebe. Was ist das? Wozu brauchen wir das? Wie äußert sich das? Wozu gibt es die Ehe und Familie und warum wird Fremdgehen darin nicht geduldet?
Ich habe das Buch sehr schnell durchgelesen, weil es sehr unterhaltsam war. Die Entwicklung des Außerirdischen ist sehr gut beschrieben. Wo er am Anfang nicht mehr als Verachtung für die Menschen übrig hat, beginnt er irgendwann sie für ihren Überlebenswillen zu bewundern und sie zu beschützen. Selbst das Ende ist philosophisch gehalten. Viele Menschen flüchten vor der Liebe, nur um irgendwann festzustellen, dass sie ohne dieses Gefühl nicht leben können, und wieder zurückkehren. Durchaus zum Nachdenken und Hinterfragen. Und auch um das Mensch-Sein wieder zu schätzen. 

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